»Der Tag wird kommen, an dem die beiden grossen Ländergruppen, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Vereinigten Staaten von Eu- ropa sich von Angesicht zu Angesicht die Hände über die Meere reichen werden.« Dies erklärte der Schriftsteller Victor Hugo 1849 auf dem Pariser Pazifistenkongress. Das ist bemerkenswert, denn die Jahre 1848/49, die Zeit der Aufstände gegen das autoritäre System Metternich und die Beschlüsse des Wiener Kongresses, gingen als Periode des Kampfes für das Nationalstaatenprinzip in Europa in die Geschichtsbücher ein. Im März 1848 proklamierten die Revolutionäre das Deutsche Reich. Und im heutigen Ungarn, Polen und Moldawien forderten starke na- tionalistische, republikanische und zum Teil demokratische Bewegungen neue Staatsformen ein. Garibaldi einigte 1870 Italien. Dabei wird oft vergessen, dass 1849 auch die Geburtsstunde des Paneuropäismus war. Zahlreiche Denker, die bis heute als Nationalhelden verehrt werden, et- wa Giuseppe Mazzini, Giuseppe Garibaldi oder Georg Büchner, teilten Hugos Utopie eines vereinigten Europas, die sich an die erfolgreiche amerikanische Revolution und ihre aufklärerische Verfassung anlehnte. >>weiterlesen

Dieser Beitrag erschien im Jahrbuch 2020 des Denknetz.